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Warum wir Football jetzt lieben!

Patrick Esume ist der Sachkenner aus Hamburg, der als Co-Kommentator mit ProSieben MAXX den American Football in Deutschland bekanntmacht. Mit dem ehemaligen Blue Devil sprachen wir anlässlich des Super Bowls über den Erfolg der Übertragungen und die Auswirkungen auf den deutschen Amateur-Football.

© ProSiebenMAXX – Stefan-Hobmaier

Herr Esume, der American Football erobert Deutschland. Ist es der größte Football-Boom, den es hier je gab?
Ja, das würde ich genauso unterschreiben. Noch nie wurde so viel Football gezeigt und von den Fans konsumiert. Ich bekomme sehr viel Feedback von neu dazugekommenen Fans. Da sind Jugendliche dabei, Erwachsene, sogar deutlich ältere Zuschauer sprechen mich an. Der Sport ist in allen Altersklassen angekommen.

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Überrascht Sie diese Footballeuphorie?
Ja und nein. Ja, weil die NFL seit dem Ende der NFL Europe vor fast zehn Jahren nicht mehr in Deutschland präsent ist. Nein, weil der Sport von ProSieben MAXX und SAT.1 seit Wochen in einem Spitzenformat in die Wohnzimmer transportiert wird. Das hat es vorher nie so gegeben.

Gerade bei den Fernsehübertragungen konnte man skeptisch sein: Anders als ein Fußballspiel hat der Football eine schwer kalkulierbare Spieldauer. Durch Werbung und die vielen Spielunterbrechungen kann ein Spiel sehr lange dauern.
Ich sehe das als Vorteil für uns. Wir haben viel Zeit, um den Interessierten das Spiel zu vermitteln. Wir können Regeln erläutern und Spielzüge erklären. Die Zuschauer nehmen das auf und schalten nicht weg, sie lernen im Optimalfall bei jeder Übertragung dazu.

Der Sender hat ein Experiment gewagt und kombiniert bei den Spielen den klassischen Sportkommentator mit einem ehemaligen Spieler, der als Experte arbeitet. Wie wichtig war das?
Das war sehr wichtig. So können wir auch für die Kenner der Sportart ein attraktives Angebot schaffen, ohne die Laien zu vernachlässigen. Die Mischung macht es. Und die haben wir gefunden.

Was macht die NFL für deutsche Fans interessant?
Da ist das facettenreiche Spiel, das die Fähigkeiten im Kopf mit Technik und Athletik kombiniert. Die Geschwindigkeit der Profis ist enorm, und da die NFL mit ihren unzähligen Kameras jeden Winkel und jeden Zentimeter des Spielfelds abscannen kann, bekommen die Fernsehzuschauer Bilder zu sehen, die es in anderen Sportarten nicht zu sehen gibt. Wir sind mittendrin in der Action.

Was können wir Deutschen sonst noch von den Amerikanern lernen?
Ich finde die Fankultur beeindruckend. Die Rivalitäten zwischen den Teams werden nur auf dem Spielfeld ausgetragen. In den riesigen Stadien sitzen gegnerische Fans nebeneinander und es passiert nichts. Es gibt keine Auseinandersetzungen und alles bleibt friedlich. Außerdem ist der Sport in den USA eine Familienangelegenheit. Da schaut nicht nur der Vater mit dem Sohn Football, sondern auch die Mutter, die Omas und die Tanten. Der Sonntag ist in den Staaten ein Event für die ganze Großfamilie.

Kann dieses Event auch im Amateurfootball ankommen, zum Beispiel bei den Hamburg Huskies?
Wir müssen unterscheiden: Die NFL hat wenig mit dem deutschen Football zu tun, auch wenn vermehrt US-Spieler in den deutschen Ligen spielen. Zwischen den Niveaus liegen Welten. Und nur weil man die NFL begeistert verfolgt, gilt das lange nicht für den Verein um die Ecke. Aber der Football in Deutschland kann von der Aufmerksamkeit profitieren. Vielleicht wollen bald mehr junge Fans selber spielen oder zumindest mal bei einem Spiel in der Umgebung vorbeischauen.

Werden Sie eigentlich als Experte beim Super Bowl in San Francisco dabei sein?
Indirekt. Ich bin bei der dreistündigen Countdown-Show auf ProSieben MAXX am 7. Februar ab 20:15 Uhr live dabei.

Haben Sie einen Tipp für die ideale Super Bowl-Party?
Viele Freunde einladen. Auch die, die nur die Werbespots sehen wollen. Denn auch sie werden sich schnell für das Spiel interessieren. Den Super Bowl schaut man nicht alleine. Er ist eine Party wert.

Und wer gewinnt?
Da müssen Sie auf den Super Bowl in SAT.1 warten. Erst an diesem Abend werden unsere vor Wochen abgegeben Tipps veröffentlicht.

Dieser Artikel erschien zuerst in sporting hamburg.
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Hannes Hilbrecht

Hannes Hilbrecht schreibt und schrieb nebenbei für ZEIT ONLINE, NDR.de und den Berliner Tagesspiegel. Füllt ein Marketing-Magazin mit Liebe (GrowSmarter.de) Und er liest eine spannende Case Story genauso gerne wie den neuen Roman von Ralf Rothmann.