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Lasse Sobiech

Wir sprachen mit Lasse Sobiech und Robin Himmelmann über Fußballschuhe

Warum reden Fußballprofis so selten über Fußballschuhe? Klar, weil sie nicht danach gefragt werden. Dabei haben Profis wie Lasse Sobiech und Robin Himmelmann ganz gute Geschichten über ihre Treter parat. Ein Interview.

Foto: Under Armour

FRISCHER FILM

So, welcher Fußballschuh aus Kindertagen ist Euch in Erinnerung geblieben?
Sobiech: Ich habe früher auf die geriffelten Seiten bei den Schuhen geachtet. Damals dachte ich, dass man den Ball damit anschneiden kann und das war auch mein Hauptkriterium.
Himmelmann: Fußballschuhe sind für mich natürlich nicht unwichtig, aber bei Handschuhen kann ich mich ein bisschen mehr daran erinnern, was ich so getragen habe. Bei Fußballschuhen gab es für mich kein spezielles Kriterium. In der Jugend haben wir nicht besonders häufig auf Rasen spielen können, von daher musste man die Schuhe häufig austauschen.

Welche Rolle spielte der Preis damals für Euch?
Sobiech: Es gab schon immer diese Abstufungen, vom Original bis hin zu den halboriginalen Schuhen. Früher trug man dann natürlich die ganz einfache Variante. Schuhe, die ich unbedingt haben wollte, habe ich schließlich im Internet gesucht. Wenn diese dann günstig zu kaufen waren, habe ich sie mir beispielsweise aus Amerika bestellt.
Himmelmann: Bei mir war es ähnlich. Am Anfang habe ich die kurzen Schuhe für Kunstrasenplätze oder Grandplätze getragen, welche von Haus aus nicht so teuer sind. Später habe ich dann über verschiedene Internetseiten versucht, günstiger an die Schuhe heranzukommen.

Interview 1.1

Wie wichtig ist das Design der Schuhe?
Sobiech:
Es ist natürlich so, dass man auch gewisse Vorgaben hat. Bringt eine Marke ein neues Produkt heraus und man trägt als Spieler diese Marke, dann ist man auch dazu verpflichtet, den neusten Schuh zu tragen. Insgesamt ist mir das Design wichtig. Wenn ich im Verein früher weiße Trikots getragen habe, wollte ich auch gerne weiße Schuhe anziehen, um vielleicht etwas wie die „Galaktischen“ zu sein (lacht). Mittlerweile gibt es viele Farben bei Fußballschuhen und da hat man natürlich seine Favoriten in Sachen Design.
Himmelmann: Wenn Schuhe zum Trikot passen, ist das super. Das ist natürlich nicht immer der Fall. Man richtet sich vornehmlich nach dem Ausrüster, wenn alle zwei Monate neue Schuhe kommen.

Interview 1.3

Inwieweit legt ihr wert auf die Feature eines Fussballschuhes?
Himmelmann: Mir ist es wichtig, dass ich mit dem Schuh klarkomme. Ich muss ein gutes Gefühl haben und der Schuh muss einfach passen – unabhängig davon, wie dieser beschaffen ist. Ich habe eigentlich kaum Ausschlusskriterien und bin dahingehend nicht so speziell. Mittlerweile habe ich schon verschiedenste Modelle in verschiedensten Varianten getragen und hatte bisher wenig Schuhe, mit denen ich überhaupt nicht klargekommen bin.
Sobiech: Als die Sockengeschichte herauskam, wollte ich diese unbedingt einmal ausprobieren, weil es einfach etwas Neues war. Insgesamt ist es so, dass Wohlfühlen vor dem Style liegt, denn der Schuh sollte einfach gut passen..

Wo liegt die Style-Grenze?
Sobiech: Ich bin eigentlich für alles offen!
Himmelmann: Mit pinken Schuhen müsste ich jetzt nicht unbedingt spielen.

Ansonsten, lieber klassisch oder immer innovativ?
Sobiech: Ich habe ein, zwei Modelle, die besitze ich schon sechs, sieben Jahre. Wenn mir danach ist, hole ich sie aus dem Schrank und ziehe sie beim Training an. Die Modelle sind mittlerweile natürlich ein bisschen „Oldschool“. Aber ich mag sie eben immer noch. Zu den Schuhen von früher gibt es heutzutage riesige Unterschiede, die man gerne in Kauf nimmt – vor allem in der Leichtigkeit der Schuhe.
Himmelmann: Mir wäre es das ein oder andere Mal ganz lieb, wenn die Modellwechsel nicht so schnell passieren würden. Es gab schon mehrmals den Fall, dass ich mich gerade an einen Schuh gewöhnt habe und mit diesem gut klargekommen bin und dann wurde der Schuh nicht mehr hergestellt.

Hat man hier als Fussballprofi keine Möglichkeit, dass der Schuh noch länger für einen Spieler hergestellt wird?
Himmelmann: Wenn man beispielsweise „Toni Kroos“ heißt und sagt, dass man den Adipure weiterspielen möchte, dann wird man diesen auch wahrscheinlich bis 2022 spielen können. In unserem Fall ist dies natürlich etwas schwieriger. Man findet sich dann ja auch immer wieder in einem neuen Modell zurecht.

Habt ihr schon einmal einen Schuh der Marke Under Armour getragen?
Sobiech: Jeder aus der Mannschaft konnte die Modelle anprobieren. Man sieht natürlich, dass Under Armour stark am Kommen ist. Vor allem vom Style her und vom Schuh an sich.
Himmelmann: Ich habe erst heute mit dem Spotlight gespielt. Bei mir gibt es aber auch noch die Thematik, dass ich einen Handschuh-Ausrüster habe, der auch Sportartikel vertreibt und da muss man gucken, wie es sich verbinden lässt. Aktuell spiele ich daher keine UA Schuhe.

Inwieweit denkt Ihr, dass deine-fussballwelt.de Fußballern helfen kann, dass für sie richtige Schuhwerk zu wählen?
Sobiech: Ich habe zwei verschiedene Sichtweisen. Einerseits ist es gut, sich heutzutage im Internet informieren zu können, wie Schuhe bewertet werden. Früher habe ich gar nicht auf die ganzen Kleinigkeiten geachtet. Heutzutage ist das natürlich etwas anders. Man sollte aber vor allem als Jugendspieler in Sachen Fußballschuhe nicht zu kleinlich sein, sondern versuchen, sich im Fußball zu verbessern.
Himmelmann: Ich denke schon, dass es ein Anhaltspunkt zur Orientierung sein kann. Wenn ich mir ein Modell selber kaufe, ist es natürlich wichtig, dass dieses bei einem gewissen Preis entsprechend lange hält. Am Ende muss man aber schauen, ob die Testergebnisse auf den Internetseiten mit dem individuellen Gefühl übereinstimmen.

Dieses Gespräch führten unsere Freunde von deine-fußballwelt.de.

Benny Semmler

Mecklenburger. Sportjournalist. Fußballblogger. Basketballfreund. Hamburger. Pfannekuchenfan. Fahrradfahrer. Wostokbrausetrinker. Padthailiebhaber. Bukowskifan. Jetzt bei FRISCHER FILM. Superkrass.