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Verschleuderte Talente beim HSV

Die Nachwuchsspieler sind die Top-Stars von morgen – dieses Credo hat sich bei vielen Bundesligisten etabliert. Beim Hamburger SV allerdings spielen die Talente aus den Juniorenmannschaften nur eine untergeordnete Rolle.  In den letzten Jahren gingen dem HSV dadurch vielversprechende Akteure und viel Geld durch die Lappen.

„In den 2 Jahren, die wir schon mit dem HSV im Gespräch waren, haben wir einige Ratschläge bekommen, Alen nicht nach Hamburg gehen zu lassen, weil der Trainer kein großer Fan von jungen Spielern sei.“

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Diese Aussage tätigte Sejad Halilovic, Vater von HSV-Hoffnungsträger Alen Halilovic, vor kurzem in einem Interview. Sie zeigt, dass es sich längst herumgesprochen hat, dass Talente beim Hamburger SV einen schweren Stand haben. Zwar wurde Trainer Bruno Labbadia vor 2 Wochen entlassen, ob sich an der Durchlässigkeit zu den Profis allerdings etwas ändert, bleibt abzuwarten.

Nicht erst seit Labbadia haben es junge Spieler schwer, sich in Hamburg durchzusetzen. Seit Jahren hat der Klub das Problem, dass talentierte Nachwuchskräfte im Trikot mit der Raute nicht den Durchbruch schaffen. Sinnbildlich dafür ist das Trio um Shkodran Mustafi, Eric-Maxim Choupo-Moting und Jonathan Tah.

Tah avancierte nach seinem Wechsel zu Bayer Leverkusen schnell zum Stammspieler und Leistungsträger. Ihm gehört die Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft. Ein Wechsel zu einem europäischen Topklub ist nur eine Frage der Zeit.

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Eben dort ist Mustafi bereits ein wichtiger Baustein. Nach Jerome Boateng und Mats Hummels ist er Innenverteidiger Nummer 3 unter Bundestrainer Joachim Löw. Der FC Arsenal überwies für ihn im Sommer € 41 Mio. – er ist damit der siebtteuerste Abwehrspieler der Welt. Es klingt wie ein schlechter Witz, dass der HSV ihn 2009 ablösefrei nach Everton ziehen ließ.

Choupo-Moting spielte immerhin 37 Mal für die HSV-Profis. Seine Fähigkeiten deutete er an, konnte sie trotzdem nicht konstant abrufen. Komischerweise gelang ihm das nach seinem Wechsel zu Mainz 05 auf Anhieb. Bei den Rheinhessen spielte er sich ins Blickfeld einiger Topklubs (u. a. Inter Mailand). Er folgte dem Ruf von Schalke 04 und gehörte bei Königsblau auch in sportlich bescheidenen Zeiten stets zu den Lichtblicken.

Auch folgende Spieler trugen in jungen Jahren das HSV-Trikot oder spielten in der Nachwuchsmannschaft der Norddeutschen. Den Sprung zum Profi schafften sie allerdings in anderen Klubs, wo mehr Vertrauen in sie gesetzt wurde:

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Im aktuellen Kader des Hamburger SV stehen mit Ashton Götz (23 Jahre), Gideon Jung (22), Alen Halilovic (20), Young-Jae Seo (21), Luca Waldschmidt (20), Frank Ronstadt (19), Dren Feka (19), Fin Porath (19) und Mats Köhlert (18) eine Menge talentierter Spieler. Bis auf Halilovic (6 Einsätze) und Jung (5) durfte sich aber noch kein Youngster in einem Profi-Pflichtspiel beweisen.

Dass es auch anders geht, zeigen Michael Gregoritsch (22 Jahre) und Bobby Wood (23). Beide gehören in der Hansestadt zum festen Bestandteil der Mannschaft. Als junger Spieler ist ein Scheitern beim HSV also keinesfalls vorprogrammiert.

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Benny Semmler

Mecklenburger. Sportjournalist. Fußballblogger. Basketballfreund. Hamburger. Pfannekuchenfan. Fahrradfahrer. Wostokbrausetrinker. Padthailiebhaber. Bukowskifan. Jetzt bei FRISCHER FILM. Superkrass.