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Eurosport-Experte Sammer: „Es gibt viele Dinge, die dem Fußball nicht gut tun“

Dresden, Stuttgart, Dortmund, München, dem frischen Norden ging Matthias Sammer beruflich immer aus dem Weg. Auch sein neues Engagement beim künftigen Bundesligasender Eurosport ist alles andere als kühlnordisch. Feurig-fachmännisch soll der 49-Jährige ab der kommenden Saison die Live-Spiele bei Eurosport analysieren. BLOG-TRIFFT-BALL sprach mit Sammer bei seinem Antritt als Fußballerklärer. 

Herr Sammer. als jemand, der Dynamo Dresden hoffentlich noch im Herzen trägt: Was halten Sie vom schnellen Aufstieg von RB Leipzig? Wären Sie da vielleicht sogar gerne involviert gewesen?
Erstmal, ich finde es schön für Dynamo, dass sie sich in der zweiten Liga etablieren konnten und eine gute Rolle gespielt haben. Gleichzeitig kann ich Red Bull Leipzig für ihre große Leistung nur gratulieren – und auch der Region möchte ich gratulieren, weil es für die Menschen dort wichtig ist, einen Verein in der ersten Liga zu haben, mit dem sie sich identifizieren können. Derzeit gibt es noch Vorbehalte, wie dass der Erfolg der Leipziger nur durch das Geld kam, das sie zur Verfügung hatten. Diese müssen mit der Zeit abgebaut werden. Viele andere Vereine hatten dieselben finanziellen Möglichkeiten und haben es nicht hinbekommen. Gleichzeitig sieht man aber bereits an den Zuschauerzahlen, dass immer mehr Menschen sich mit RB Leipzig identifizieren. Das finde ich eine schöne Entwicklung.

Die ersten beiden Live-Übertragungen im Eurosport Player sind der DFL Supercup zwischen Bayern München und Borussia Dortmund (5. August, 20:30 Uhr) sowie das Bundesliga-Eröffnungsspiel zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen (18. August, 20:30 Uhr). 

Wo sehen Sie RB Leipzig in der nächsten Saison?
Da die Erfahrungswerte fehlen, ist das schwer zu beantworten. Das nächste Jahr wird für Leipzig ein schweres Jahr. Viele Vereine, die vor Ihnen diesen Weg gegangen sind, haben im Jahr darauf ihr blaues Wunder erlebt. Ich würde ihnen deshalb raten, eine große Portion Demut an den Tag zu legen und sich auf die doppelte Herausforderung der Bundesliga- und Champions-League-Spiele gut vorzubereiten. Persönlich denke ich, wenn Leipzig die Vorrunde der Champions-League übersteht, wäre das schon außergewöhnlich gut.

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An absurde zweistellige Millionensummen im Fußballgeschäft hat sich der Fan gewöhnt. Doch das Ende des Finanzwahnsinns scheint noch längst nicht erreicht. Spielerberater kassieren immer größer ab, englische Torhüter sind 30 Millionen wert. Auch in der Bundesliga wechseln Newcomer in diesem Sommer für 20 Millionen den Verein. Sehen Sie das Fußballgebaren kritischer denn je?
Es ist natürlich hochinteressant zu recherchieren, wie viel hat Mino Raiola für einen Transfer bekommen, es gibt Steueraffären, also es gibt gerade viele negative Bestandteile, die mit Geld zusammenhängen, und die dem Fußball nicht gut tun. Ich glaube aber trotzdem, der Sinn des Fußballs, also dass sich da zwei Mannschaften gegenüber stehen, und dass sich Menschen an diesem Spiel begeistern, wieder mehr in den Mittelpunkt gehört. Der Fußball im Moment muss aufpassen, dass er die Glaubwürdigkeit und die Einfachheit des Spiels nicht verliert. Auch die Regeldiskussionen, die es im Moment gibt, sind für mich zum Teil absurd und kontraproduktiv für den Fußball. Wenn einfach die anderen Dinge mehr in den Mittelpunkt geraten, dann seh ich tatsächlich eine Problematik. Aber ich sehe nicht, dass der Fußball daran kaputt geht.

// Der Eurosport Player ist online mit dem Computer (Mac/PC) über diverse Internetbrowser (Chrome, Firefox, Safari, etc.) unter www.eurosportplayer.de erreichbar. Mit der Eurosport Player App ist er zudem auf dem iPhone, dem iPad, Smartphones und Tablets mit Android jederzeit und überall zu empfangen. Zusätzlich können die Inhalte mit der Eurosport Player App mit einem Chromecast-Stick von Google oder über Apple TV drahtlos auf TV-Geräte übertragen werden. Damit stehen sämtliche Eurosport Player Inhalte auf den Bildschirmen moderner Fernseher, auf Computern, Tablets und auf mobilen Endgeräten zur Verfügung.

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Benny Semmler

Mecklenburger. Sportjournalist. Fußballblogger. Basketballfreund. Hamburger. Pfannekuchenfan. Fahrradfahrer. Wostokbrausetrinker. Padthailiebhaber. Bukowskifan. Jetzt bei FRISCHER FILM. Superkrass.