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Spielerberater Jan Dreyer: „Wir werden jetzt anders wahrgenommen“

Seit sieben Jahren wickelt Jan Dreyers Spieleragentur „DLT Management“ Transfers in den unteren Gefilden des deutschen Fußballs ab. Ohne die schweren Deals, und irgendwo zwischen Lotte und SV Drochtersen/Assel, hat man sich trotzdem einen stattlichen Namen gemacht. Nun hat das Hamburger Beraterunternehmen einen Spieler zum FC Bayern München transferiert. Kwasi Okyere Wriedt. BLOG-TRIFFT-BALL sprach mit Agent Dreyer über den viel beachteten Transfer.

Der 23-jährige Kwasi Okyere Wriedt wechselte im Sommer vom Drittligisten VfL Osnabrück in die U23 des FC Bayern München. In den ersten zehn Partien für seinen neuen Klub erzielte Wriedt acht Treffer. Unter Carlo Ancelotti bestritt er zwei Testspiele für die Profimannschaft.

Das Interview //

FRISCHER FILM

Ein Spieler beim FC Bayern München unter Vertrag zu haben. Was bedeutet das?
Ganz ehrlich, für uns als noch kleine Agentur ist das ein Schritt, der uns unheimlich stolz macht. Für so eine Chance arbeiten wir jeden Tag seit Jahren.

Anfang August ging der Transfer über die Bühne. Was ist seitdem mit ihm und der Agentur passiert?
Er sammelt gerade sehr viel Spielpraxis in der zweiten Mannschaft und trifft recht konstant das Tor. Dazu kommen einige Trainingseinheiten und Testspiele bei den Profis. Dass er da nun neben Leuten wie Vidal und Müller auf dem Platz steht, ist natürlich auch für uns als Agentur eine schöne Geschichte.

Hat der Transfer eine Wirkung, nach draußen und drinnen?
Ich sage es mal so: Egal wie groß eine Berateragentur ist, ein Transfer mit dem FC Bayern ist besonders. Insofern ist man in der Szene jetzt natürlich auf uns aufmerksam geworden und wird anders wahrgenommen.

Wie viel Aufwand steckt hinter so einem Wechsel? Geht das easy-peasy in zwei Telefonaten in die Unterschrift, oder rangelt man wochenlang um die Finanzen?
Als Agentur stehen wir in der Phase des möglichen Wechsels permanent in Kontakt mit beiden Vereinen. Da müssen wir Dinge lösen, Sachen entschärfen, für beide Seiten verständlich argumentieren, ständig verfügbar sein. Für alle steht da ja eine Menge auf dem Spiel. Deshalb ist sowohl Weitsicht aber auch das Gespür für die aktuelle Situation gefragt. Der zeitliche Aufwand liegt meistens bei drei bis fünf Wochen.

Gab es im Umfeld des Wechsels eigentlich Kontakt zu Uli Hoeneß oder Karl-Heinz-Rummenigge?
Natürlich. Mit beiden.

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Wie sind die so drauf?
Professionell.

Seit sieben Jahren wickelt ihr Transfers vornehmlich in der 3. und 4. Liga ab. Was ist da anders wenn der FC Bayern einen Spieler von Euch will?
Alles ist anders. Vom ersten Kontakt bis zur finalen Unterschrift ist der FC Bayern das Professionellste, was ich in meiner Zeit als Spielerberater bislang erlebt habe.

Konkret.
In jedem Gespräch mit Mitarbeitern des FC Bayern ist zu spüren, wie extrem motiviert die da sind. Jeder beim FCB kennt nur eine Lösung: Die Beste.

Wurde die Option FC Bayern – vor dem Deal – von Euch als Agentur kritisch hinterfragt, diskutiert man das mit dem Spieler? Immerhin kann ein Schritt nach München auch blöd ausgehen.
Uns war ja klar, dass es sportlich erst einmal ein Schritt zurück ist. Immerhin war „Otschi“ in Osnabrück in der 3. Liga unterwegs. Die U23 des FC Bayern spielt in der Regionalliga. Das war natürlich ein Thema in den ersten Tagen der Anfrage.

Aber dem FC Bayern kann man nicht absagen?
Natürlich kann man auch dem FC Bayern absagen. Doch die Gespräche mit Jochen Sauer (Leiter des NLZ) und dem U23-Trainer Tim Walter waren dermaßen überzeugend, dass die Option München von uns als richtig eingeschätzt wurde.

Ist ein Vordringen in den Profikader denn realistisch?
Wir denken ja. Es gibt natürlich einige gute Offensivspieler in München, und wir gehen auch nicht davon aus, dass er Robert Lewandowski verdrängt und von heute auf morgen 30 Bundesligaspiele am Stück machen wird. Aber „Otschi“ bringt so viele Fähigkeiten mit, dass er den Sprung in die allererste Reihe schaffen kann.

Es gab ja bereits erste Testeinsätze im Ensemble der Superstars. Wie hat er die Momente erlebt?
Das stellen sich natürlich alle wer weiß wie aufregend vor. Aber am Ende sind auch die Spieler des FC Bayern alles normale Jungs, die normal miteinander umgehen. Egal ob die Vidal, Rudy, Ribery oder Wriedt heißen, auf dem Platz sind sie Sportler und eine Truppe. Insofern waren die ersten Minuten zwar von einem gewissen Staunen geprägt, doch in der Kabine wird Fußball überall gleich gesprochen.

Wie intensiv ist der Kontakt zwischen Euch und ihm gerade?
Per WhatsApp ist man eigentlich täglich in Kontakt.

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Der FC Bayern wollte Wriedt – der FC St. Pauli und HSV nicht. Warum?
Ich denke, beim FC Bayern, unter anderem hat ihn ja auch Hermann Gerland mehrmals gesehen, hat man sich einfach sehr genau mit „Otschi“ beschäftigt.

Benny Semmler

Mecklenburger. Sportjournalist. Fußballblogger. Basketballfreund. Hamburger. Pfannekuchenfan. Fahrradfahrer. Wostokbrausetrinker. Padthailiebhaber. Bukowskifan. Jetzt bei FRISCHER FILM.