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Altona 93: Das kleine Rückrunden-Märchen

„Wir befinden uns im Umbruch“, ist der einschlägige Refrain des Fußballvereins an der Griegstraße. Seit knapp vier Jahren erholt sich der Verein von den finanziellen Strapazen aus der Regionalliga-Nord-Saison 2008/2009 – und lebt seitdem damit, dass die Anpsrüche rund um die AJK drastisch gesunken sind. Überhaupt nicht ins Bild passen insofern die Leistungen der vergangenen Wochen: Der AFC erlebt die sportlich beste Phase seit Jahren.

 

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Guck-Tipp heute:
Altona 93 – SV Rugenbergen, 18.30 Uhr

Am 11. November verließen die Akteure des AFC das letzte Mal mit gesenkten Köpfen das Spielfeld. Zuvor mussten sie mitansehen, wie die Siegroboter des FC Elmshorn auch die Etappe AJK glanzvoll meisterte. Dass in den kommenden elf Spielen keine einzige Niederlage mehr auf Altona 93 lauern sollte, daran war damals nicht zu denken.

Das jüngste 1:0 beim SC Condor war schon der 7. Sieg am Stück – einen derartigen Lauf dürfte das aktuelle Trainerteam seit Amtsantritt nicht erlebt haben.

Dritter, Fünfter, Neunter – die Saisonplatzierungen der vergangenen drei Jahre zeigten ja eigentlich deutlich, wohin es den Hamburger Vorzeige-Amateurklub treibt. In die Oberligagrauzone. Zuletzt nachbarte man eher mit Rugenbergen und Pinneberg als mit der Ligaelite.

Nun aber „droht“ die Kurswende. Gar die Vizemeisterschaft ist bei einem Fortlauf der jüngsten Leistungen denkbar.

Doch wer oder was hat Altona 93 wieder auf Kurs gebracht?

Das Führungstrio Dittberner-Fincke-Jütting trieb die Verjüngung der Mannschaft immer weiter voran und bewies in vielen Fällen ein gutes Händchen im Scoutingbereich. Mehdi Jaoudat (18), Magnus Hartwig (19) , Kevin Heitbrock (20) – wer kennt sie nicht – kommen mittlerweile auf insgesamt 41 Saisoneinsätze und erleben beinahe Woche für Woche einen weiteren Entwicklungsschritt.

Insgesamt mussten 18 Spieler seit letzten Sommer an der Griegstraße eingepflanzt werden und die von Dittberner vorgegebene Spielausrichtung eine Hinrunde lang lernen. Heute ist Altona: Hohes Verteidigen, früh Gegnerdruck aufbauen, sehr viel laufen und zwei offensive Außenverteidiger, die ihre Rolle modern und zumeist in der gegnerischen Hälfte interpretieren. „Zeitgemäßer Fußball halt“, sagt Dittberner.

Altonas Tormacher

Gian-Pierre Carallo Gian-Pierre Carallo
Mittelfeld, 33 Jahre
  11 Tore
Sezgin Akgül Sezgin Akgül
Sturm, 27 Jahre
  7 Tore
Deniz Kacan Deniz Kacan
Sturm, 28 Jahre
 
 
6 Tore
Stefan Winkel Stefan Winkel
Mittelfeld, 22 Jahre
  6 Tore
Sebastian Clausen Sebastian Clausen
Abwehr, 25 Jahre
  4 Tore

 

Zudem stabilisierte sich das Team als Team. Die positive Folge: Auch Rückstände (HR, Lackgamme) hauen Altona 93 nicht mehr um. Selbst längere Spielpausen der Leistungsträger Winkel, Thiessen und Leuthold führen zu keinem erkennbaren Qualitätsleck. Stattdessen springt die vermeintliche 2. Garde ein und setzt den Matchplan ebenso erfolgreich um.


Dittberner dazu: „Das Team besteht aus 25 Spielern. Alle ziehen mit. Und es ist sehr harmonisch bei uns“, lobt er die aktuelle Verfassung und plant 18 Spielern aus dem jetzigen Kader definitiv für die neue Saison ein. Denn „wir haben viel gelernt in den letzten Monaten, müssen für das Ziel Regionalliga aber noch einiges draufpacken.“

Kaum Abgänge, dazu drei sichere Zugänge für die kommende Spielzeit (werden in Kürze bekanntgegeben). Und dazu reihenweise Spieler, die an guten Tagen Oberligaspitze können: Clausen, Ribeau, Thiessen, Kamalow, Lipke, Winkel, Hadid, Leuthold, Kacan. Okay, und Kappler auch.

FRISCHER FILM

Altona 93 hat sich eindrucksvoll  zurückgearbeitet und steht vor einem Comeback als echtes Spitzenteam. Die sportliche Diskrepanz zu den Podiumsplätzen, gerne besetzt von Buchholz 08 und Curslack-Neuengamme, ist bedeutend geschwunden.

Und mit dem Schwung dieses Rückrunden-Märchens ist Altona 93 hoffentlich nur noch eine Spielzeit von einer Rückkehr in die Regionalliga entfernt. Wo dann, so wollen wir es ebenfalls hoffen, man sich erneut mit dem FC Elmshorn messen darf.

Und BTB ahnte bereits am 30. Juli 2012 richtig:  „Mit Altona 93 ist wieder zu rechnen.“

Benny Semmler

Als Permanent-Digitaler viel zu viel online. Gern würde ich handwerkern, kochen und was mit Pflanzen können. Kann ich aber nicht. Ansonsten: Joggen. Netflix. Und neuerdings Achtsamkeit. Mal gucken wie das so ist.